Alle medizinischen Universitäten Bulgariens bieten Doktorandenprogramme (Spezialisierungsprogramme oder Facharztausbildungen) für Absolventen, die Ihren sechsjährigen medizinischen Studiengang abgeschlossen und somit einen Mastertitel erworben haben, an. Studenten müssen sich nach dem Abschluss auf ein Fachgebiet der Medizin spezialisieren, was in der Regel 4–6 Jahre dauert, je nach Studiengang. Doktorandenprogramme konzentrieren sich auf den Erwerb einer medizinischen Spezialisierung gemäß der anerkannten medizinischen Ausbildungsprogramme der EU. Sie werden mit den Zulassungsprüfungen der staatlichen Prüfungskommission abgeschlossen, falls die Spezialisierung in Bulgarien stattfindet. Die meisten Absolventen bulgarischer medizinischer Universitäten, ob Bulgaren, EU-Bürger oder Nicht-EU-Bürger, bevorzugen die Spezialisierung in Bulgarien.

Bitte beachten Sie, dass alle Ausländer (EU- sowie Nicht-EU-Bürger) gewisse Grundkompetenzen im Bulgarischen aufweisen oder an einem neunmonatigen Vorbereitungskurs teilnehmen sollten, der in der Regel an der Universität durchgeführt und mit einem Sprachtest auf Bulgarisch (B2 gem. GER) abgeschlossen wird. Das gewährleistet die ungehinderte Kommunikation mit den Patienten, die Sie im Krankenhaus behandeln und wird in jedem Land, in dem man sich medizinisch spezialisieren möchte, vorausgesetzt.

Medizinische Spezialisierung wird in Bulgarien an Universitätskrankenhäusern oder Partnerkliniken durchgeführt und besteht aus praktischer Schulung in Vollzeit (8 Stunden am Tag) mit Pflichten, die dem Lehrplan der jeweiligen Spezialisierung entsprechen. An jeder medizinischen Universität gibt es eine Kommission für Doktorandenausbildung, die vom Rektor eingesetzt wird. Diese lässt nur jene Kandidaten für die staatliche Prüfung zum Facharzt zu, die den entsprechenden Spezialisierungslehrplan erfolgreich abgeschlossen haben. Medizinische Fachkräfte, die das Staatsexamen erfolgreich bestanden haben, erhalten von ihrer Universität ein Zertifikat zum Facharzt.

Jedes Jahr werden Stellen für die Ausbildung zum Facharzt auf der Webseite des Gesundheitsministeriums (www.mh.government.bg) bis Ende Oktober bekanntgegeben. Diese finden Sie im Bereich "Normative Gesetze" unter der Überschrift "Verordnungen, Anweisungen und Anordnungen". Sie unterscheiden sich für EU-Kandidaten und Nicht-EU-Kandidaten (einschließlich Bulgaren), je nach Förderungsverfügbarkeit, aber nicht nach gesammelter Erfahrung. EU-Kandidaten (einschließlich Bulgaren) müssen sich bewerben, sich anschließend einer Überprüfung zur Facharztausbildung unterziehen und sich dann um finanzielle Unterstützung kümmern. Nicht-EU-Kandidaten werden über ihre Bewerbung zugelassen, da sie sich selbst finanzieren.

Um sich eine Stelle zur Facharztausbildung zu sichern, ob nun staatlich gefördert, über Sponsoren oder selbstfinanziert, müssen alle EU-Bewerber zusätzlich zu den benötigten Dokumenten eine Aufnahme- oder Tauglichkeitsprüfung ablegen. Diese staatliche Aufnahmeprüfung zur Facharztausbildung dauert vier Stunden, in denen Kandidaten auf zwei Themen aus einer vorgegebenen Liste näher eingehen müssen.

Genauer gesagt können sowohl EU- als auch Nicht-EU-Kandidaten Ihre Facharztausbildung selbst bezahlen, solange sie eine Stelle finden. Eine Assistenzarztgebühr von 5.000,- € muss jährlich in zwei Raten an die Universität gezahlt werden. Alternativ gibt es drei Möglichkeiten zur Finanzierung der Assistenzarztstellen für EU-Kandidaten (einschließlich Bulgaren), die jährlich vom Gesundheitsministerium bekanntgegeben werden (und eine staatliche Prüfung zur Facharztausbildung notwendig machen):

  1. Die bulgarische Regierung übernimmt für den Auszubildenden die Zahlung der Gebühren für die Facharztausbildung an die medizinische Universität (monatlich: 180 BGN, entspricht etwa 90 € oder 600 BGN, entspricht etwa 300 € für Zahnärzte), sowie die monatliche Bezahlung des Auszubildenden (600-900 BGN, entspricht etwa 300-450 €) (insgesamt etwa 5.000 € jährlich).
  2. Ein Sponsor zahlt die monatlichen Gebühren an die Universität (180 BGN, entspricht etwa 90 € oder 600 BGN, etwa 300 €, für Zahnärzte), sowie die monatliche Bezahlung des Assistenzarztes (600-900 BGN, entspricht etwa 300-450 €) (insgesamt etwa 5.000 € jährlich).
  3. Der Assistenzarzt selbst übernimmt die Zahlung der Ausbildungsgebühren an die medizinische Universität (180 BGN, entspricht etwa 90 € für Medizinstudenten oder 600 BGN, entspricht etwa 300 € für Zahnärzte). Er oder sie kann einen monatlichen Lohn in Höhe von bis zu 600 BGN erhalten, entspricht etwa 300 €, falls Fördergelder der EU verfügbar sind (insgesamt etwa 5.000 € jährlich).

Wie zu erwarten ist, ist die Konkurrenz für staatlich geförderte Assistenzarztstellen sehr groß, aber sie ist deutlich geringer, wenn es um Sponsoring geht oder die Assistenzarztstelle selbst bezahlt wird.

Assistenzarztstellen & Finanzierung sichern (für EU-Kandidaten, einschließlich Bulgaren)
Ungefähr im Januar, etwa drei Monate nach Bekanntgabe der freien Assistenzarztstellen durch das Ministerium, verkündet jede medizinische Universität in den lokalen Zeitungen den Beginn des Auswahlverfahrens für alle drei Finanzierungsmöglichkeiten dieser Assistenzarztstellen und macht Werbung dafür.

Nach Ansage der Universität haben Kandidaten einen Monat Zeit, sich zu bewerben, indem sie die notwendigen Dokumente zur Auswahl bei der medizinischen Universität einreichen und sich zur Aufnahmeprüfung für die Ausbildung zum Facharzt vorbereiten, falls sie sich für staatliche Förderung bewerben wollen. Anschließend gibt die Universität die Rangordnung erfolgreicher Kandidaten sowie die Stelle, die jeder Kandidat zugewiesen bekommen hat, bekannt. Außerdem wird bekanntgegeben, ob die Zulassung gesponsert, staatlich gefördert oder selbst finanziert wird.

Falls es noch freie Stellen gibt verkünden die medizinischen Universitäten diese wiederum zwischen Juli und August, was den Bewerbern drei Monate Zeit zum Einreichen der Unterlagen gibt. Dieser Zyklus wiederholt sich das Jahr über. Unten sind die notwendigen Dokumente für den Prozess angegeben. Diese müssen zertifiziert, beglaubigt und, falls nötig, übersetzt werden:

  1. Bewerbungsformular für die gewünschte Spezialisierung
  2. Lebenslauf
  3. Beglaubigte Kopie des medizinischen Abschlusses
  4. Ärztliches Zeugnis, darf zum Bewerbungsdatum nicht älter als einen Monat sein
  5. Zertifikat zu Sprachkenntnissen in Bulgarisch, die Kenntnisse der medizinischen Terminologie auf Bulgarisch belegen (Alle ausländischen Studenten)
  6. Zertifikat zur Anerkennung des medizinischen Abschlusses nach sechsjährigem Studium in einem anderen Land als Bulgarien (ausländische Studenten)
  7. Die medizinischen und zahnmedizinischen Spezialisierungen lauten:
Nr. Spezialgebiet Jahre
A. Spezialisierungen gemäß EU-Richtlinie 2005/36/EC über die Anerkennung beruflicher Qualifikationen
     I. Spezialisierungen für Absolventen von Masterstudiengängen in Medizin
           Ia. Spezialisierungen mit vorwiegend therapeutischem Schwerpunkt
1. Anästhesiologie und Intensivpflege 4
2. Innere Medizin 5
3. Gastroenterologie 4
4. Altersmedizin 4
5. Kinderpsychiatrie 4
6. Pädiatrie 4
7. Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen 4
8. Infektionskrankheiten 4
9. Kardiologie 4
10. Klinische Allergie 4
11. Klinische Pharmakologie und Therapie 4
12. Klinische Hämatologie 4
13. Haut- und Geschlechtskrankheiten 4
14. Radiotherapie 4
15. Nervenerkrankungen 4
16. Nephrologie 4
17. Allgemeinmedizin/td> 3
18. Pneumologie und Phthisiologie 4
19. Psychiatrie 4
20. Rheumatologie 4
21. Notfallmedizin 5
22. Hämatologie und Bluttransfusionen 4
23. Physiotherapie und Rehabilitation 4
23a. Medizinische Onkologie 5
           Ib. Spezialisierungen mit Schwerpunkt
24. Geburtshilfe und Gynäkologie 4
25. Thorakalchirurgie 5
26. Pädiatrische Chirurgie 5
27. Herzchirurgie 5
28. Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie 5
29. Neurochirurgie 5
30. Orthopädie und Traumatologie 5
31. Ophthalmologie 4
32. Plastische-rekonstruktive und kosmetische Chirurgie 5
33. Gefäßchirurgie 5
34. Urologie 5
35. Hals-, Nasen- und Ohrenerkrankungen 4
36. Chirurgie 5
           Ic. Spezialisierungen mit vorwiegend klinisch-diagnostischem Schwerpunkt
37. Biochemie 4
38. Klinische Immunologie 4
39. Klinisches Laboratorium 4
40. Mikrobiologie 4
41. Nuklearmedizin 4
42. Bildgebende Diagnostik 4
42a. Allgemeine und klinische Pathologie 4
42b. Radiobiologie 4
42c. Medizinische Genetik 4
           Id. Spezialisierungen mit anderem Schwerpunkt
43. Kommunenhygiene 4
44. Sozialmedizin und Gesundheitsmanagement 4
45. Arbeitsmedizin 4
46. Pharmakologie 4
     II. Spezialisierungen für Absolventen von Masterstudiengängen in Zahnmedizin
1. Oralchirurgie 3
2. Kieferorthopädie 3
     III. Spezialisierungen für Absolventen von Masterstudiengängen in Medizin oder Zahnmedizin
1. Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie 4
A. Spezialisierungen außerhalb der EU-Richtlinie 2005/36/EC über die Anerkennung beruflicher Qualifikationen
     I. Spezialisierungen für Absolventen von Masterstudiengängen in Medizin
               Ia. Spezialisierungen mit vorwiegend therapeutischem Schwerpunkt
1. Angiologie 4
2. Pädiatrische Gastroenterologie 4
3. Pädiatrische Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen 4
4. Pädiatrische Kardiologie 4
5. Klinische pädiatrische Hämatologie und Onkologie 4
6. Pädiatrische Neurologie 4
7. Pädiatrische Nephrologie und Hämodialyse 4
8. Pädiatrische Pneumologie und Phthisiatrie 4
9. Pädiatrische Rheumologie 4
10. Klinische Toxikologie 4
11. Medizinische Parasitologie 3
12. Neonatologie 4
13. Sportmedizin 4
14 Forensic Psychiatry 4
14a. Forensische Psychiatrie 4
           Ib. Spezialisierungen mit vorwiegend klinisch-diagnostischem Schwerpunkt
15. Flugmedizin 3
16. Virologie 3
17. Epidemiologie von Infektionskrankheiten 3
18 Pathophysiologie 3
19. Gerichtsmedizin 3
20. Toxikologie 3
           Ic. Spezialisierungen mit anderem Schwerpunkt
21. Wirtschaft im Gesundheitswesen 2
22. Katastrophenmedizin 3
23. Allgemeine Gesundheitspflege 3
24. Strahlungsgesundheitspflege 3
25. Gesundheitspflege von Kindern und Jugendlichen 3
26. Ernährungswissenschaften 3
     II. Spezialisierungen für Absolventen von Masterstudiengängen in Zahnmedizin
1. Pädiatrische Zahnmedizin 3
2. Allgemeine Zahnmedizin 3
3. Operative Zahnmedizin und Endodontie 3
4. Periodontik und Erkrankungen der Mundschleimhaut 3
5. Prothetische Zahnmedizin 3
6. Sozialmedizin und öffentliche Zahngesundheit 3
7. Dentale klinische Allergien 3
     III. Spezialisierungen für Absolventen von Masterstudiengängen in Medizin - Dozenten an Fakultäten der Zahnmedizin oder Masterabschlüsse in Zahnmedizin
1. Dentale Bilddiagnostik 3
     IV. Spezialisierungen für Absolventen von Masterstudiengängen in Pharmazie
1. Analyse medizinischer Produkte 3
2. Klinische Pharmazie 3
3. Medizinische Pflanzen und Phytopharmazeutische Produkte 3
4. Organisation und Wirtschaft von Vertrieb und pharmazeutischer Praxis 3
5. Organisation und Wirtschaft von pharmazeutischer Produktion 3
6. Pharmazeutische Technologie mit Biopharmazie 3
7. Toxikologie und toxikologische Analyse 3
8. Klinische Chemie 3
          V. Spezialisierungen für Absolventen mit Bachelorabschluss oder Professional Bachelor in „Healthcare Services“
1. Anästhesiologie und Intensivpflege (für Krankenschwestern und Hebammen) 1
2. Krankenhaushygiene (Prävention und Kontrolle von Infektionen) 1
3. Berater zu gesunder und nährstoffreicher Ernährung und zum Stillen 1
4. Krankenschwester für soziale Aktivitäten 1
5. Öffentliche Gesundheitsfürsorge (für Krankenschwestern, Hebammen, sanitäre Inspektoren und Sanitäter) 1
6. Operations- und Kleidungstechniken (für Krankenschwestern und Hebammen) 1
7. Psychiatrische Pflege (für Krankenschwestern und Sanitäter) 1
8. Rehabilitierungsmethoden und Behandlung von Kindern mit Zerebrallähmung (für Rehabilitations- und Ergotherapeuten) 1
9. Primäre Gesundheitsfürsorge (für Krankenschwestern) 1
10. Medizinische Notfalldienste (für Krankenschwestern und Sanitäter) 1
11. Spezifische Pflege von Patienten mit onkologischen Erkrankungen (für Krankenschwestern und Sanitäter) 1
12. Gerätewartung für außerkörperliche Blutzirkulation (für Krankenschwestern und Sanitäter) 1
     VI. Spezialisierungen für Absolventen von Bachelor- oder Masterstudiengängen auf nichtmedizinischen Gebieten
1. Analyse medizinischer Produkte (für Chemiker) 3
2. Biochemie (für Biochemiker, Biologen, Molekularbiologen und Chemiker) 4
3. Biophysik (für Biologen und Physiker) 3
4. Virologie (für Biologen und Mikrobiologen) 3
5. Wirtschaft im Gesundheitswesen 2
6. Klinische Psychologie (für Psychologen) 3
7. Klinische Chemie (für Chemiker, Biochemiker und Biologen) 3
8. Laborimmunologie (für Biologen, Biochemiker, Molekularbiologen, Biotechnologen) 3
9. Anwendung von medizinischen Pflanzen und Kräutern (für Biologen) 3
10. Medizinische Zoologie (für Biologen) 3
11. Medizininformatik und Gesundheitsmanagement 3
12. Medizinische Strahlungsphysik (für Physiker und Ingenieure) 3
13. Medizinische Sanitärphysik (für Physiker und Ingenieure) 3
14. Medizinische Gymnastik (Für Bewegungstherapeuten und Methodologen in medizinischer Gymnastik) 3
15. Mikrobiologie (für Mikrobiologen und Biologen) 4
16. Strahlungsgesundheitspflege (für Biologen, Physiker und Chemiker) 3
17. Strahlungsbiologie (für Biologen, Physiker und Chemiker)/td> 4
18. Sanitärchemie (für Chemiker) 3
19. Sanitäringenieurswissenschaften (für Ingenieure und Architekten) 3
20. Theoretische Grundlagen medizinischer Chemie (für Chemiker) 3
21. Toxikologie (für Chemiker, Biochemiker, Biologen, Molekularbiologen, Biotechnologen und Umweltwissenschaftler) 3
22. Organisation und Wirtschaft pharmazeutischer Produktion (für Biologen, Wirtschaftswissenschaftler, Chemiker und Chemieingenieure) 3
     VII. Spezialisierungen für Absolventen höherer medizinischer und nichtmedizinischer Studiengänge
1. Anatomie, Histologie und Zytologie (für Ärzte, Zahnärzte, Biologen, Molekularbiologen) 3
2. Medizinische Biologie (für Ärzte, Biologen, Molekularbiologen) 3
3. Medizinpädagogik (für Ärzte, Zahnärzte, Pharmazeuten, Personen mit pädagogischem Bachelorabschluss oder Bachelorabschluss in "Healthcare Services", Pädagogen und Psychologen) 3
4. Physiologie (für Ärzte, Zahnärzte) 3
5. Rechtliche Regelungen in der Gesundheitsfürsorge (für Personen mit Masterabschluss, die im Gesundheitswesen arbeiten) 2
 

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