Bulgariens Hochschulwesen ist hervorragend, weshalb es kein Zufall ist, dass es jährlich eine Vielzahl ausländischer Studierender aus der ganzen Welt anzieht, sei es aus der EU, den USA, Afrika, Asien oder Australien. Selbstverständlich ist es diese Kombination aus der hohen Ausbildungsqualität, die an bulgarischen Universitäten geboten wird, und den günstigen Lebenshaltungskosten des Landes, die Bulgarien zu einem Hotspot für Tausende und Abertausende von Studierenden aus über 50 Ländern weltweit machen, die, neben angesehenen Wissenschaftlern, in das Land strömen, und es ist genau dieser Geist einer gelehrten akademischen Welt, der den akademischen Einrichtungen dieser kleinen osteuropäischen Nation einen verdienten Rang neben, oder sogar in Konkurrenz mit, denen West- und Nordeuropas eingebracht hat. Besser noch: Seit etwa 10 Jahren bieten bulgarische Universitäten vermehrt Studiengänge neben Bulgarisch auch auf Englisch, Französisch und Deutsch an.

Bildung wird in Bulgarien durch das Ministerium für Bildung, Jugend & Wissenschaft vom Staat reguliert und gefördert. Hochschuleinrichtungen genießen außerdem ein bestimmtes Maß an Autonomie, weshalb sie zu einem bestimmten Grad selbstständig für die Studiengangsgestaltung und Qualitätssicherung der vermittelten Bildung verantwortlich sind. Gleichwohl ist die Nationale Behörde für Beurteilung & Akkreditierung für externe Kontrolle und Bewertung zuständig. Die Behörde wurde im Rahmen des Hochschulgesetzes als Körperschaft öffentlichen Rechts zur Bewertung, Akkreditierung und Kontrolle der Qualität in Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen geschaffen und dient der Verbesserung von Lehre und Forschung in bulgarischen Hochschulen.

Es gibt vier Arten von Höheren Bildungseinrichtungen, und zwar Fachhochschulen (weiterführend, nicht-tertiär), Universitäten, Technische Universitäten (entsprechen Universitäten, die ein Fachstudium anbieten) und Akademien.  Bislang gibt es 51 akkreditierte höhere Bildungseinrichtungen (37 öffentliche und 14 private) im Land, die sowohl Bachelor- als auch Masterstudiengänge anbieten.

Seit 2003 haben sämtliche bulgarischen Bildungseinrichtungen das ECTS (Europäisches System zur Anrechnung von Studienleistungen) eingeführt, und seit 2005 erhalten Absolventen beim Studienabschluss neben ihrem Abschlusszeugnis einen Diplomzusatz auf Bulgarisch und Englisch, dessen Format den Vorgaben der UNESCO und des Europarats entspricht, zur Verwendung durch die Alumni, wann immer sie dies für nötig erachten.

Ein Hochschulstudium in Bulgarien bietet Studierenden die folgenden Arten von Abschlüssen, die hier von niedrigster zu höchster akademischer Stufe aufgelistet sind:

  • Berufs-Bachelorabschluss („Profesionalen Bakalavr“) – erworben nach drei Studienjahren
  • Bachelorabschluss („Bakalavr“) – erworben nach drei Studienjahren
  • Masterabschluss („Magistr“) – erworben nach fünf oder sechs Studienjahren (oder ein Jahr nach Erwerb des Bachelorabschlusses), je nach Studiengang.
  • PhD oder Doktortitel („Doktor“) – erworben nach drei Studienjahren, nur für Bewerber mit Masterabschluss verfügbar

EU- und Nicht-EU-BewerberInnen können sich für auf Englisch, Französisch oder Deutsch unterrichteten grundständigen Studiengänge an bulgarischen Universitäten einschreiben. Die Studiengebühren betragen abhängig vom Studiengebiet 1.500-8.000 € pro Jahr, wobei die Mehrheit der auf Englisch, Französisch oder Deutsch unterrichteten Aufbaustudiengänge zwischen 3.000 und 5.000 € pro Jahr kostet. Falls Englisch nicht die Muttersprache eines/einer Studierenden ist, muss er/sie entweder eine Englisch-Sprachprüfung absolvieren oder einen international anerkannten Befähigungsnachweis für Englisch vorlegen oder alternativ, falls gewünscht, an einem 9-monatigen Vorbereitungsjahr teilnehmen, um die englische Sprache zu lernen oder mit für ihr Studiengebiet relevanter Terminologie zu meistern. Die Kosten für den Vorbereitungskurs liegen zwischen 3.000 und 4.000 €. Manche Universitäten erfordern eventuell weitere Tests auf verschiedenen Gebieten (d. h. Zeichnen für Architekturschulen etc.).

Das akademische Jahr beginnt an den meisten bulgarischen Universitäten um den 1. Oktober und beinhaltet ein Herbst- und ein Frühlingssemester, welche 30 Wochen umfassen. Kurse finden für gewöhnlich einmal pro Woche für 75 Minuten oder in zwei 45-minütigen Einheiten mit einer 15-minütigen Pause dazwischen statt, während jeder Studiengang seine eigenen Vorgaben bezüglich Laborstunden und theoretischer Anwendung in Labor- und Klinikeinheiten hat.

Das wesentliche Bewertungssystem, das von Bildungseinrichtungen in Bulgarien genutzt wird, verwendet eine Skala von 2 bis 6, wobei 3 für „bestanden“ steht, und wird auf sämtlichen Zeugnissen zu Umrechnungszwecken und zur Bewertungen in Verbindung mit dem ECTS (Europäisches System zur Anrechnung von Studienleistungen) angegeben. Die folgende Tabelle vermittelt einen Eindruck vom Bewertungssystem in Bulgarien und zeigt, was auf Zeugnissen erscheint:

Numerische Note Beschreibung: Definition
6 Otlichen Hervorragend
5 Mnogo dobur Sehr gut
4 Dobur Gut
3 Sreden Ausreichend
2 Slab Ungenügend

Die Lebenshaltungskosten in Bulgarien sind besonders niedrig und somit besonders vorteilhaft für ausländische Studierende, die hier leben oder ihr Studium fortsetzen möchten. Die überwiegende Mehrheit der Studentenwohnheime kostet 45 € pro Monat, aber bulgarische Studierende haben in der Regel Vorrang, sodass ausländische Studierende keine andere Wahl haben, die verbleibenden und häufig teureren, Unterkünfte zu bewohnen, besonders in Anbetracht der Vielzahl an Studierenden, die jährlich in das Land strömen. Ausländische Studierende entscheiden sich jedoch in der Regel für Privatunterkünfte, da diese mit 150-300 € pro Monat vergleichsweise immer noch sehr günstig sind. Daher müssen Studierende unserer Erfahrung nach nicht mit monatlichen Gesamtausgaben von über 500-600 € rechnen, um sämtliche Kosten für einen Lebensstandard zu decken, der dem entspricht, den sie aus ihren Heimatländern gewohnt sind. Diese Summe deckt also die Ausgaben für sämtliche Annehmlichkeiten wie Miete, Lebensmittel, Wasser, Gas, Internetverbindung, Kabelfernsehen und Unterhaltung sowie diverse sonstige Ausgaben. Abhängig von den Arrangements, die Studierende treffen, und ihrem Lebensstil können sie selbst mit einem begrenzten Budget komfortabel leben, ohne auf die notwendigen Annehmlichkeiten und den Komfort zu verzichten, die von einem Auslandsstudium erwartet werden.

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