Rumäniens Hochschulwesen erfreut sich weltweit herausragender Einschätzungen in Bezug auf die Qualität seiner medizinischen Ausbildung und dies verdientermaßen, da sich rumänische Universitäten auf die kontinuierliche Forschung konzentrieren und aus ihnen eine ansehnliche Zahl an Wissenschaftlern und führenden Medizinern hervorgegangen ist, deren Arbeit in hohem Maße zu ihren entsprechenden Arbeitsfeldern beigetragen hat. Dies hat über die Jahre dazu geführt, dass sich rumänische medizinische Fakultäten in der Bestenliste international unter den ersten zwanzig befinden, ein Umstand, der in treffender Weise ihre Anziehungskraft auf eine enorme Zahl inländischer und ausländischer Studenten rechtfertigt, die jährlich zu Tausenden aus Europa und aus aller Welt hier studieren, sei es aus Großbritannien, den USA, Griechenland, Malta, Nigeria, der Türkei, den Niederlanden oder aus weiter entfernten Regionen wie China und Japan. Besser noch, das Leben in Rumänien ist für die meisten internationalen Studenten preiswert, sei es in Bezug auf die Unterbringung, Studiengebühren, Bücher, Nahrungsmittel und Getränke, auf das Nachtleben, Strom-, Wasser- und Gasrechnungen und Mietkosten für ein Auto, und andere Dienstleistungen mehr, was einen weiteren Grund dafür darstellt, warum rumänische Universitäten so hoch auf der Wunschliste aller Studenten zu finden ist, die nach einer Hochschulausbildung im Ausland streben und die in den Sprachen Englisch, Französisch oder Deutsch gelehrt wird. Tatsächlich ist das Leben und Studieren in Rumänien für viele Studenten billiger als zu Hause zu leben!

Die Ausbildung in Rumänien ist zum größten Teil reguliert und wird vom Ministerium für Ausbildung, Forschung, Jugend und Sport unterstützt. Die Hochschulbildung in Rumänien ist weniger zentralisiert als in vielen Ländern im Westen, da jede Universität ihre eigenen internen Richtlinien im Hinblick auf die Zulassung, die Examen und Voraussetzungen für den Studienabschluss besitzt, abgestimmt auf die EU-Richtlinien und unabhängig geprüft durch die EU und nationale Körperschaften in Zusammenarbeit mit dem Ministerium. Die Akkreditierung wird durch das rumänische Amt für Qualitätssicherung in der Hochschulausbildung (ARACIS) garantiert, einer unabhängigen öffentlichen Körperschaft, welche die Qualität und die Erfüllung der EU-Richtlinien sicherstellt und feststellt. ARACIS ist ordentliches Mitglied der Europäischen Vereinigung für Qualitätssicherung in der Hochschulbildung (ENQA) und ist im Europäischen Register für Qualitätssicherung in der Hochschulbildung (EQAR) registriert. Ferner wird die Entwicklung und Umsetzung eines landesweiten Qualifikations-Rahmenkonzepts für die Hochschulausbildung durch das nationale Amt für Qualifikationen in der Hochschulausbildung (ACPART) gemeinsam mit den vorangeführten Körperschaften und dem Erziehungsministerium durchgeführt und angewendet.

In Rumänien gibt es 56 staatliche Universitäten, 32 private Universitäten und sechs postuniversitäre akademische Fakultäten, welche allesamt international akkreditiert sind und sich an EU-Standards und Richtlinien für die Hochschulausbildung halten. Diese Kategorien der Hochschulinstitutionen umfassen Universitäten, technische Hochschulen (z.B. Fakultäten für Ingenieurswissenschaften), Militärakademien (Militärspezialisten) und Universitäten oder Fakultäten, welche in verschiedenen Bereichen weitere akademische Studien anbieten (postgraduiert oder PhD).

Seit 2007 vergeben alle rumänischen Hochschulinstitutionen zusammen mit dem Hochschulabschluss einen Diplomzusatz, die gemäß den Richtlinien der Europäischen Kommission, dem Europäischen Rat und der UNESCO sowohl in der rumänischen als auch in der englischen Sprache verfasst sind, oder, auf Nachfrage, in einer anderen weit verbreiteten Fremdsprache. Überdies bieten alle rumänischen Universitäten internationale Programme und hiermit in Verbindung stehende Stipendien an, wie Tempus, CEEPUS, Socrates-Erasmus Studentenaustausch, Asea, Copernicus, Monet, e-Learn und Fulbright. Schließlich bieten alle rumänischen Universitäten seit 2005 Programme an, deren Lehre, theoretische Lehrveranstaltungen, Praktika und Studium zur Spezialisierung und Prüfungen sich streng an das Europäische Leistungspunktesystem (ECTS) halten.

Die Hochschulausbildung in Rumänien bietet Studenten die folgenden Abschlüsse, hier aufgelistet in der Reihenfolge der akademischen Stufen, von der niedrigsten zur höchsten:

  • Bachelor-Abschluss („Diploma de Licenta“). Die Dauer des Studiums hängt vom Studienbereich ab:
    1. 3 Jahre: Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Politikwissenschaft
    2. 4 Jahre: Ingenieurswissenschaften
    3. 5 Jahre: Pharmazie, Landwirtschaft
    4. 4 Jahre: Ingenieurswissenschaft
    5. 6 Jahre: Allgemeinmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin, Architektur
      • Masterabschluss („Diploma de Master“). Die Studiendauer beträgt eineinhalb bis zwei Jahre nach dem Erwerb des Bachelor-Abschlusses.
      • Ph.D. oder Doktortitel („Diploma de Doctor“). Er wird nach drei Studienjahren erlangt und kann abhängig von den Forschungsanforderungen und der Finanzierung um ein oder zwei Jahre verlängert werden.
  • Masterabschluss („Diploma de Master“). Die Studiendauer beträgt eineinhalb bis zwei Jahre nach dem Erwerb des Bachelor-Abschlusses.
  • Ph.D. oder Doktortitel („Diploma de Doctor“). Er wird nach drei Studienjahren erlangt und kann abhängig von den Forschungsanforderungen und der Finanzierung um ein oder zwei Jahre verlängert werden.

Studieninteressenten aus der EU und aus Ländern außerhalb der EU können an rumänischen Universitäten in Lehrveranstaltungen studieren, die auf Englisch, Französisch oder Deutsch vermittelt werden. Die Studiengebühren für Lehrveranstaltungen in einer jeden dieser Sprachen können abhängig vom Studienbereich bei 900 € beginnen und betragen maximal 5.000 € pro Jahr, wobei die Mehrheit dieser Programme durchschnittlich zwischen 2.000 € und 4.000 € pro Jahr kostet. Studiengebühren für rumänische Lehrveranstaltungen kosten durchschnittlich 500 € pro Jahr.

Kandidaten, deren Muttersprache eine andere als die Lehrsprache ist, müssen eine Prüfung ablegen, welche ihre Kompetenz und Fertigkeit in Englisch, Französisch oder Deutsch zeigt, oder sie reichen ein international anerkanntes Sprachdiplom in einer dieser Sprachen ein, welches ihre Befähigung beglaubigt. Wahlweise können Studenten an einem neunmonatigen intensiven sprachlichen Vorbereitungsjahr zur Vertiefung teilnehmen, um die Lehrsprache zu erlernen oder zu beherrschen, wobei sie die ihrem Studienbereich entsprechende Terminologie erlernen. Bei dieser Gelegenheit kann es notwendig sein, dass Kandidaten abhängig von dem von ihnen gewählten Studienbereich einen Test zu speziellen Themen ablegen (z.B. Zeichnen für die Architektur-Fakultät oder entsprechende Mappen für andere Fakultäten).

Das akademische Jahr dauert in rumänischen Hochschulen normalerweise vom 1.Oktober bis zum Juni und ist in zwei Semester aufgeteilt, welche jeweils 14 Wochen umfassen. Die nationalen Standards legen die Gesamtunterrichtszeit pro Woche auf 24 bis 30 Stunden fest. Das Herbstsemester beginnt am 1. Oktober und schließt Weihnachtsferien vom 21. Dezember bis zum 4. Januar ein. Es endet Mitte Februar, im Anschluss an die Zwischenexamen im Winter. Das Frühlingssemester beginnt Mitte Februar und schließt die Osterferien (Frühjahrsferien) und einen vierwöchigen Zeitraum am Semesterende zwischen Mai und Juni ein. Das akademische Jahr endet gewöhnlich im Juli, doch abhängig von der Dauer von Pflichtpraktika und Prüfungen variiert das genaue Datum von Fakultät zu Fakultät.
Studenten können anschließend im Juli oder August ein Sommerpraktikum absolvieren.

Das vorwiegend angewendete Benotungssystem, welches die rumänischen Ausbildungsinstitutionen nutzen, verwendet eine Skala von 1 bis 10, wobei 5 für „bestanden“ steht und 10 für „ausgezeichnet“. Das Benotungssystem ist in Verbindung mit dem ECTS (Europäisches Leistungspunktesystem) auf der Rückseite aller Niederschriften zum Zweck der Umwandlung und der Bewertung vermerkt. Die unten stehende Tabelle vermittelt beispielhaft einen Eindruck vom Bewertungssystem in Bulgarien (Rumänien), wie es auf den Niederschriften erscheint:
 

Benotung Beschreibung Bedeutung
(in Zahlen ausgedrückt)
10 Zece Ausgezeichnet
9 Noua Sehr gut
8 Opt Gut
7 Sapte Gut
6 Sase Befriedigend
5 Cinci Ausreichend
4 Patru Durchgefallen
3 Trei Durchgefallen
2 Doi Durchgefallen
1 Uno Durchgefallen

Die Lebenshaltungskosten in Rumänien sind äußerst niedrig, und daher einem Studium mit niedrigem Budget förderlich, jedoch von einer Qualität, welche sämtlichen anderen international gefeierten medizinischen Einrichtungen ähnlich ist. Ausländische Studenten, welche in Rumänien leben oder studieren möchten, werden erstaunt darüber sein herauszufinden, dass das Leben erschwinglicher als zu Hause ist. Von daher können viele Studenten Geld sparen, statt parallel zu ihrem Studium halbtags zu arbeiten, um ihre täglichen Ausgaben zu decken. Insbesondere kostet die Unterbringung in Studentenwohnheimen der Universität höchstens 50 € pro Monat, doch gewöhnlich ist angesichts dessen die Verfügbarkeit streng begrenzt, dass rumänische Studenten den Vorrang haben. Dies bedeutet normalerweise, dass sich die meisten ausländischen Studenten für eine private Unterkunft entscheiden, was im Vergleich zu ihren Herkunftsländern durchaus erschwinglich ist, da es tatsächlich ungefähr ein Viertel oder weniger als vergleichbare Annehmlichkeiten zu Hause kostet. Apartements in der Nähe der Universität liegen bei maximal 150 – 300 € monatlich. Infolgedessen übersteigen die monatlichen Kosten nie 500 – 600 €, auch wenn hiermit private Unterkunft, Rechnungen der Versorgungsunternehmen, Kabel-TV, Internetzugang, öffentlicher Nahverkehr und verschiedene Ausgaben mit abgedeckt werden. Bezeichnend ist, dass ein gutes Glas Wein in einem guten Restaurant ungefähr 0,72 € kostet. Es versteht sich von selbst, dass Studenten mit diesem Geldbetrag so angenehm wie in ihrem Heimatland leben können, oder besser, was selbstverständlich davon abhängt, wie ein Student sein oder ihr Leben arrangiert, sie können selbst mit einem knappen Budget komfortabel leben, ohne dass es ihnen an einer der notwendigen Annehmlichkeiten, Behaglichkeiten und Bequemlichkeiten fehlt, die jemand erwartet, wenn er im Ausland studiert.

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