Alle medizinischen Fakultäten der Universitäten Rumäniens bieten Doktorandenprogramme für EU und Nicht-EU-Absolventen des Medizinstudiums. Das Doktorandenprogramm konzentriert sich auf die Aneignung einer Spezialisierung (oder Facharztausbildung) und deckt theoretisches und praktisches Training ab, gemäß den anerkannten EU-Richtlinien zum nationalen Lehrplan für das betreffende Spezialgebiet.
Je nach Spezialgebiet dauert die Ausbildung 4 - 6 Jahre und findet in der Universität angegliederten Krankenhäusern oder Kliniken statt und bietet ausschließlich medizinische Praxis auf dem Niveau des Doktorandenstudiums an. Sie wird unter der Leitung eines Spezialfachgebiets-Koordinators oder dem Direktor der Uniklinik durchgeführt.

Nach Beendung der Fachgebietsausbildung müssen die Studenten eine schriftliche und klinisch-praktische Prüfung ablegen. Bei bestandener Prüfung wird den Absolventen vom Gesundheitsministerium ein Abschlusszeugnis der betreffenden Spezialfachrichtung verliehen. Die meisten Absolventen der medizinischen Universitäten Rumäniens, seien es Rumänen, EU-Bürger oder Nicht-EU-Bürger ziehen es vor, ihre Spezialisierungsausbildung in Rumänien zu machen, entweder dank den Finanzierungsmöglichkeiten (für EU-Bürger) oder dann den niedrigen Lebenskosten in Rumänien, oder beiden.

Bitte beachten Sie, dass es notwendig ist, dass zu diesem Zeitpunkt alle Ausländer (EU- oder Nicht-EU-Kandidaten) eine gewisse Sprachkompetenz im Rumänischen haben sollten, oder dann einen 9- monatigen Vorbereitungskurs mit Sprachzertifikatsabschluss (B2 Niveau im Europäischen Referenzrahmen für Fremdsprachen). Normalerweise wird dieser an der Universität absolviert, damit die Kandidaten mit Patienten, die sie in den Krankenhäusern behandeln, kommunizieren können. So wird es in allen Ländern bzw. Universitäten geregelt, die Doktorandenstudien in medizinischen Berufen anbieten und deren Studenten die Landessprache nicht sprechen. Erfolgreiche EU-Kandidaten schreiben sich direkt bei der Generaldirektion des Gesundheitsministeriums ein, während sich Nicht-EU-Kandidaten beim Erziehungsministerium bewerben und die Einschreibung danach vom Gesundheitsministerium genehmigt wird.

Jedes Jahr reserviert das Gesundheitsministerium eine bestimmte Anzahl an Plätzen für EU-Kandidaten (einschließlich Rumänen) und Nicht-EU-Kandidaten. Es veröffentlicht alle verfügbaren Spezialfachrichtungs-Ausbildungsplätze an Krankenhäusern und Kliniken, die der Universität angegliedert sind, bereits Ende August- Anfang September, und Studenten können sich bis Anfang November bewerben. Berechtigt sind nur Kandidaten, die ihr Grundstudium in Medizin in den letzten 5 Jahren absolviert haben, andernfalls haben sie kein Recht, in Rumänien medizinisch zu praktizieren. Allgemein ausgedrückt werden EU-Kandidaten, einschließlich Rumänen, zu Spezialfachrichtungs-Ausbildungsplätzen durch eine Bewerbung sowie ein obligatorisches Facharztausbildungsverfahren zugelassen und müssen die Finanzierung sicherstellen, aber bei Nicht-EU-Kandidaten geschieht das durch einen Bewerbungsprozess, da sie ihre Kosten selber finanzieren. Nicht-EU Studenten bewerben sich für ein Ausbildungsprogramm in einer Spezialfachrichtung, in dem sie die notwendigen Dokumente am Ministerium für Erziehung, Forschung und Jugend und Sport (MECI) einreichen. Danach billigt das Gesundheitsministerium die Bewerbung für die gewünschte Fachrichtung. Die Gebühren für Nicht-EU-Studenten bewegen sich zwischen 3´300 und 7´700 Euros pro Jahr.

EU- und rumänische Studenten werden zum Ausbildungsprogramm für die Spezialfachrichtung zugelassen, indem sie Ende November an einer regionalen Wettbewerbsprüfung teilnehmen, die vom Gesundheitsministerium organisiert wird. Die Studenten müssen ihre Bewerbungsunterlagen an der Abteilung für Öffentliche Gesundheit des Gesundheitsministeriums einreichen. Es kann vorkommen, dass das Gesundheitsministerium je nach Verfügbarkeit ein paar zusätzliche Plätze zur Fachausbildung ausschreibt und in der Folge eine zweite Prüfung im März organisiert. Die regionalen Wettbewerbsprüfungen finden nur an sechs Medizinischen Universitäten statt: Iasi, Bukarest, Cluj-Napoca, Krajowa, Targu Mures und Mimisoara. Die Resultate werden vom Gesundheitsministerium veröffentlicht. Die lokalen Fachrichtungs-Komitees sind verantwortlich für die Organisation und Durchführung der Prüfungen, einschließlich des Prüfungsmaterials und der Korrekturen. Das Prüfungsmaterial wird Titeln einer Bibliographie entnommen, die vom Gesundheitsministerium und vom Ministerium für Erziehung, Jugend und Sport gutgeheißen werden. Es beinhaltet 200 Multiple-Choice-Fragen sowie 50 Fragen, bei denen nur eine Antwort korrekt ist, weiter 150 Fragen, bei denen 2-4 korrekte Antworten zugelassen sind, je nach Variablen und Fallkriterien oder Diagnosen. Der Test dauert 4 Stunden, und ein Minimum von 60% an korrekten Antworten ist verlangt, damit der Test als bestanden gilt. Nach erfolgreichem Absolvieren der Prüfung und Beginn der Spezialfachrichtungs-Praxis sind die Kandidaten zu einem monatlichen Gehalt von 579 – 1´013 RON (ca. €133-233) berechtigt, welches von der rumänischen Regierung bezahlt wird.

Die Bewerbungsunterlagen der Kandidaten sollten folgende Dokumente enthalten, damit die Berechtigung zur Teilnahme an den Fachrichtungs-Prüfungen sichergestellt ist:

  1. Bewerbungsformulare mit Angabe des Kandidatennamens gemäß Identitätskarte oder Reisepass, sowie dem Namen des Vaters
  2. Beglaubigte Kopie der Identitätskarte oder des Reisepasses (die Seiten, die den Namen und das Geburtsdatum des Kandidaten aufführen)
  3. Beglaubigte Kopie des Medizinischen Diploms/Doktortitels
  4. A5 Medizinische Bescheinigung, die besagt, dass der Kandidat bei guter körperlicher und geistiger Gesundheit ist und mit der Fachausbildung weiterfahren kann
  5. Quittung über 300 RON (€75) für die Prüfungsgebühr
  6. Beglaubigte Fotokopie der relevanten Unterlagen (Heiratsurkunde etc.), die einen allfälligen Namenswechsel bescheinigen

EU oder Nicht-EU-Studenten, die sich für eine zweite Spezialfachrichtungs-Ausbildung in Rumänien interessieren, müssen Ausbildungsgebühren direkt beim Gesundheitsministerium bezahlen, nachdem sie ihre Bewerbungsunterlagen eingereicht haben, und zwar im September für die erste, im April für die zweite Session.

Die Bewerbungsmappe für die zweite regionale Spezialfachrichtungs-Ausbildung sollte folgende Dokumente enthalten:

  1. Bewerbungsformular des Zulassungsscheins, wo folgende Angaben aufgeführt sind: vollständiger Name, derzeitiger Arbeitgeber und Art des Anstellungsvertrags, momentane Spezialisierung, Spezialisierungswunsch und Kontaktnummer(n)
  2. Der derzeitige Arbeitgeber sollte für die zweite Spezialisierung folgende Angaben machen: die Adresse der Einrichtung für Öffentliches Gesundheitswesen, den Beschäftigungsstatus des Kandidaten, den Spezialisierungstyp, das Universitätsausbildungs-Zentrum und das Honorar, das für diesen Zeitraum erhalten wurde
  3. Dokument der Anmeldung zum Ausbildungsprogramm des Krankenhauses, herausgegeben vom Rektor (oder Dekan)
  4. Fotokopie des Diploms für die Grundausbildung zum Arzt
  5. Fotokopie der Bescheinigung, dass der Kandidat bei der betreffenden Ärzte-Berufsverband eingetragen ist
  6. A5-Medizinische Bescheinigung, die besagt, dass der Kandidat bei guter körperlicher und geistiger Gesundheit ist und mit der Fachausbildung weiterfahren kann
  7. Beglaubigte Fotokopie der Identitätskarte / des Reisepasses
  8. Beglaubigte Fotokopie der relevanten Unterlagen (Heiratsurkunde etc.), die einen allfälligen Namenswechsel bescheinigen
  9. Erklärung der Bereitstellungsgebühr (führt die Studiengebühren und deren Fälligkeitsdaten auf) für das Ausbildungsprogramm der zweiten Spezialfachrichtung, gutgeheißen vom gemeinsamen Erlass des Gesundheitsministeriums und des Ministeriums für Erziehung, Forschung, Jugend und Sport

Die medizinischen und zahnmedizinischen Spezialisierungsrichtungen sind folgende:

Nr. Spezialisierung Jahre
A. Medizinische Spezialisierung
     I. Klinische Spezialisierungen
           Ia. Medizinische Gruppe
1. Allergologie und Klinische Immunologie 4
2. Anästhesie und Intensivpflege 5
3. Infektiöse Krankheiten 4
4. Kardiologie 5
5. Dermatovenereologie 4
6. Diabetes, ernährungsbedingte Krankheiten, Stoffwechselkrankheiten 4
7. Endokrinologie 4
8. Medizinische Bewertung der Arbeitsfähigkeit 3
9. Klinische Pharmakologie 4
10. Gastroenterologie 4
11. Medizinische Genetik 4
12. Geriatrie und Gerontologie 4
13. Hämatologie 4
14. Familienmedizin 3
15. Notfall-Medizin 5
16. Innere Medizin 5
17. Berufsmedizin 4
18. Sportmedizin 4
19. Nephrologie 4
20. Neonatologie 4
21. Neurologie 4
22. Pädiatrische Neurologie 4
23. Medizinische Onkologie 5
24. Pädiatrie 5
25. Lungenleiden 4
26. Psychiatrie 4
27. Pädiatrische Psychologie 4
28. Strahlentherapie 4
29. Erholungsprozess, Physikalische Medizin und Balneologie 4
30. Rheumatologie 4
           Ib. Chirurgische Gruppe
31. Kardiovaskuläre Chirurgie 6
32. Allgemeine Chirurgie 6
33. Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie 5
34. Pädiatrische Chirurgie 5
35. Plastische Chirurgie, rekonstruktive Mikrochirurgie 5
36. Thorakale Chirurgie 5
37. Vaskuläre Chirurgie 5
38. Neurochirurgie 6
39. Geburtshilfe und Gynäkologie 5
40. Ophthalmologie 4
41. Pädiatrische Chirurgie 6
42. Orthopädie und Traumatologie 5
43. Hals-Nasen-Ohrenheilkunde 4
44. Urologie 5
45. Mundhöhlen- und Kieferorthopädische Chirurgie 5
    II. Spezialisierungsfach-Laborarbeit
46. Pathologische Anatomie 4
47. Epidemiologie 3
48 Hygiene 3
49. Labor-Medizin 4
50. Forensische Medizin 4
51. Nukleare Medizin 4
52. Medizinische Radiologie 4
53. Öffentliche Gesundheit und Management 4
B. Zahnmedizinische Laborarbeit
1. Dentoalveoläre Chirurgie 3
2. Kiefer- und Gesichtsorthopädie 3
3. Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie 5
4. Endodontie 3
5. Parodontologie 3
6. Dentale Prothetik 3
 

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